für Sopran, Alt, Tenor und Bass, Vokalensemble, Trompete, Oboe I+II, Viola da gamba, Streicher und Basso continuo
Wenn die ganze Schöpfung die «Ehre Gottes» verherrlicht, dann darf auch die Musik selbstbewusst in diesen Lobpreis einstimmen! Ob Bach von dem ihm vorgelegten Psalmvers dergestalt ermutigt wurde, wissen wir nicht. Die ausgedehnte Kantate BWV 76 spricht mit ihrer herrlichen Musik jedoch für jenen veritablen Schaffensrausch, den der neu ins Amt gekommene Thomaskantor förmlich zelebrierte, indem er alle Register seiner Satztechnik, Formerfahrung, Affektzeichnung und Instrumentierungskunst zog. Ob in den zwischen Kampfesmut und Liebesgebot emotional ausgespannten Arien, einer später zum Orgeltrio gewordenen Sinfonia für Viola da gamba und im orchestral ausgeschmückten doppelten Schlusschoral – keinen einzigen Takt hat Bach ausgelassen, um seine Leipziger Gemeinde ebenso wie uns Heutige zu verzaubern.
