für Alt, Tenor und Bass, Vokalensemble, Oboe d‘amore I+II, Fagott, Streicher und Continuo
Nach lutherischer Lehre gehörte die Taufe neben Abendmahl und Busse zu den drei von Christus eingesetzten und damit auch nach der Reformation gültigen Sakramenten. Auch für Johann Sebastian Bach bildete der in der Taufe geschlossene Bund mit Gott den Grund und Ausgangspunkt seiner Identität als Mensch und Christ. Daher gehörte der Johannistag zu den wichtigen Festen des Jahres – diesen bedeutungsvollen Ernst hört man der Kantate «Christ, unser Herr, zum Jordan kam» allenthalben an. Wie schon dem von Martin Luther gedichteten Lied kam es dem unbekannten Librettisten darauf an, Jesu Taufe durch Johannes als vorbildhafte Handlung für alle Glieder der Kirche darzustellen. Die historische Szenerie am Jordan wird damit zum Sinnbild für ein von Christus gestiftetes «Bad», das alle Getauften von Adams Fall sowie von ihren eigenen Sünden «waschen» sollte.
