Unterstützen

für Sopran, Alt, Tenor und Bass, Vokalensemble, Trompeten I–IV, Pauken, Oboen I–III, Fagott, Streicher und Continuo

Der Bachforscher Alfred Dürr urteilte bereits 1957, «dass die vorliegende Kantate wie kaum je eine andere J.S. Bachs bestrebt ist, ein Höchstmass an Prachtaufwand mit grösstmöglicher Arbeitsökonomie zu vereinigen». Tatsächlich folgen mit beiden Chören und einer Arie drei der vier ausgedehnten Sätze des Werkes einer strikten Da-capo-Form. Während sich Leipziger Wiederaufführungen für Weihnachten 1723 und wohl auch 1729 nachweisen lassen, ist der Entstehungskontext der Kantate noch immer ungesichert. Die erhaltenen Originalstimmen deuten auf die Weimarer Jahre 1713/14; die Tatsache, dass der Hallenser Musikdirektor Gottfried Kirchhoff zum Reformationsjubiläum 1717 eine Kantate nahezu gleichen Wortlauts aufführte, lässt es als denkbar erscheinen, dass Bach eine erste Fassung von «Christen, ätzet diesen Tag» bereits 1713 im Zuge seiner Bewerbung um die Organistenstelle der Marktkirche in Halle niederschrieb. Das allgegenwärtige Bemühen um klangliche Abwechslung und formalen Reichtum liesse sich mit einem Charakter als Bewerbungsstück jedenfalls gut vereinbaren.