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Das Coronavirus verunmöglichte die ordentliche Durchführung des Kantatenkonzerts von Freitag, 17. April 2020. Es bleibt uns nicht viel anderes übrig, als mit den noch verfügbaren und erlaubten Mitteln die Erinnerung an ein eigentlich geplantes Kantatenkonzert aufrechtzuerhalten – indem wir es trotzdem durchführen, aber einfach anders. Nämlich wieder mit dem bewährten Einmann-Ensemble Rudolf Lutz an Keyboard und Orgel.

Rudolf Lutz zeigte an der Orgel auf, dass die Teile der Kantate BWV 4 «Christ lag in Todesbanden» auch als Choralvorspiele interpretiert werden könnten.

Das «echte» Kantatenkonzert samt Einführungsworkshop und Reflexion holen wir zu einem späteren Zeitpunkt nach. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Die wahrscheinlich um 1707 in Mühlhausen entstandene Kantate BWV 4 gehört sicher zu Bachs frühesten Kirchenkompositionen. Ausschliesslich auf dem kernigen Osterlied Martin Luthers von 1524 beruhend und ohne das modern-barocke Satzpaar «Rezitativ und Arie» konzipiert, zieht sie dennoch mit ihren fantasievollen Stimmkombinationen und einleuchtenden Themenbildungen formal und motivisch alle Register, die der junge Organist Bach in seiner jahrelangen Beschäftigung mit dem Choral erprobt hatte. Beginnend mit der ekstatisch kargen Sinfonia vollzieht sich Strophe für Strophe ein geistliches Drama, dessen archaischen Klangreiz Bach in der zweiten Leipziger Wiederaufführung 1725 durch einen hinzugefügten Blechbläsersatz nochmals verstärken konnte.