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für Sopran und Bass, Vokalensemble, Streicher, Traversflöte I+II, Oboe I+II und Basso continuo

Die wahrscheinlich 1730 ohne erhaltene Zweckbestimmung komponierte Kantate «Nun danket alle Gott» ist ein Nachzügler zu Bachs Choraljahrgang von 1724/25. Unter Verzicht auf gedichtete Texte auf das bekannte Kirchenlied von Martin Rinckardt (1636) konzentriert, entstand das Werk möglicherweise für die Schlosskapelle des Herzogs von Sachsen-Weissenfels, dem Bach seit 1729 nebenher als Titularkapellmeister diente. Die beiden umrahmenden Tutti-Sätze heben als prachtvoll-bewegliche Festchöre den Lob- und Dankcharakter hervor, der durch die Traversflöten und Oboen eine mehr lichte als triumphierende Färbung erhält. Da auch das dazwischen eingefügte Sopran-Bass-Duett einen bei aller Entschlossenheit zart leuchtenden Grundzug ausbildet, ist neben dem Trinitatis- oder Kirchweihfest sowie dem Reformationstag auch eine Trauung als Entstehungsanlass diskutiert worden. Weil der Tenorpart im originalen Stimmenmaterial fehlt, sind Aufführungen der ausserordentlich reizvollen Kantate stets auf Rekonstruktionen angewiesen.