für Sopran, Tenor und Bass, Vokalensemble, Trompete I–III, Pauke, Oboe I + II, Streicher und Basso continuo
Der Michaelistag war im alteuropäischen Jahreskalender ein wichtiges Datum, das den Übergang zum Winterhalbjahr markierte; sein kämpferischer Lesetext vom grossen Engelskampf im Himmel hat die Tonsetzer des Barock zu besonders schlagkräftigen Vertonungen angeregt. Dazu gehört Bachs Michaeliskantate BWV 19, deren Eingangssatz ohne jedes Orchestervorspiel mit einer turbulenten Vokalfuge anhebt und diesen wuchtigen Duktus bis zum Schluss beibehält. Dass Gottes Engel auch tröstende Gewissheit schenken und durch Tod und Leben hindurchtragen können, machen die mit lieblichen Oboen d’amore sowie dem kantablen Trompetenchoral «Ach Herr, lass dein lieb Engelein» begleiteten Arien klangsinnlich erlebbar, ehe der von obligaten Bläserstimmen überwölbte Schlusschoral wie eine Einladung zur persönlichen Himmelsreise anmutet.
