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für Alt, Oboe d’amore, Flauto traverso, Organo obbligato, Streicher und Continuo

Die über das Erbteil seines Sohnes Carl Philipp Emanuel überlieferte Kantate BWV 170 gehört trotz ihrer Besetzung nur für Alt solo zu den besonders kontrastreichen Entwürfen Bachs. Ihre zu Beginn kaum vorhersehbare Wendung von elysischer Geborgenheit über schmerzliches Mitleiden bis hin zur heftigen Weltablehnung erklärt sich aus den inhaltlichen Spannungen des Librettos. Als Meditation über das Thema der Vergebung angelegt, schiebt sich das Stichwort der allgegenwärtigen Rachsucht immer mehr in den Vordergrund. Wie ein desillusionierter Sarastro verzweifeln der Beter und mit ihm der aufgeklärte Absolutist Gott an der Unvernunft der Menschen, die sich als unfähig erweisen, die geschenkte Freiheit verantwortlich zu nutzen – eine Situation, die wenig mehr als die distanzierte Flucht in Jesu‘ entrücktes «Wohnhaus» zulässt.