Für Alt und Tenor, Vokalensemble, Trompete, Oboe I–III, Streicher und Basso continuo
Die entweder Bachs erstem (1723) oder drittem Kantatenjahrgang (1725) zugehörige und wohl auf einer Dichtung Picanders beruhende Kantate BWV 148 entstand in jedem Fall für einen 17. Sonntag nach Trinitatis. Sie kreist entsprechend der Evangelienlesung um Fragen der Sabbatheiligung und damit der Bereitschaft des gläubigen Menschen, Gottes Wort und Geist verständig aufzunehmen. Auf einen schwungvollen Eingangschor mit virtuoser Trompetenstimme folgen eine mit rauschendem Violinsolo ausgestattete Tenorarie sowie eine sehnsüchtige Rezitativparaphrase nach Worten des 42. Psalms. Wie Bach in der von einem warmen Holzbläsersatz begleiteten Altarie das Offenstehen von Mund und Herz als Schweigen der Continuostütze deutet, bezeugt wie die ganze Kantate seine aufmerksame Aneignung der biblischen Botschaft.
