Unterstützen

für Sopran, Tenor und Bass, Vokalensemble, Corno, Oboe I + II, Streicher und Basso continuo

Die 1735 als Nachzügler dem Bach’schen Choraljahrgang von 1724/25 hinzugefügte Kantate über Luthers Psalmlied «Wär Gott nicht mit uns diese Zeit» (BWV 14) gehört zu Bachs spätesten Kompositionen für den Leipziger Gottesdienst. Dass anders als bei den Kantaten der frühen Leipziger Jahre nicht nur die Partitur, sondern auch die meisten Stimmen von Bachs eigener Hand stammen, könnte darauf hindeuten, dass sich im Zuge seiner partiellen Distanzierung vom wöchentlichen Dienstbetrieb auch gewisse Arbeitsroutinen seiner bewährten «Schreiberwerkstatt» verändert hatten. Die Kantate profitiert dennoch sowohl von Bachs reichhaltiger kompositorischer Erfahrung wie von seinen Mitte der 1730er Jahre erweiterten stilistischen Interessen. Entsprechend verknüpft insbesondere der von Singstimmen mit verdoppelnden Instrumenten bestrittene g-Moll-Eingangschor eine motettische Anlage von ausgeprägter fugenmässiger Komplexität mit einer empfindsam rhythmisierten Linienführung der Einzelstimmen. In experimenteller Weise ist auch der Sopran in die verschlungene Kontrapunktik einbezogen, während der eigentliche Cantus firmus wortlos vom Horn und zwei Oboen vorgetragen wird. Wie unterschiedlich sich das menschliche Vertrauen auf Gottes schützende Macht äussern kann, wird in den beiden Arien offenbar, die aus der von fern hörbaren Präsenz der himmlischen Heerscharen Trost ob der eigenen Schwäche ziehen sowie aus dem eindringlichen Zuspruch zweier Oboen innerliche Kraft schöpfen.