für Sopran, Alt, Tenor und Bass, Vokalensemble, Oboe I+II, Corno da tirarsi, Streicher und Basso continuo
«Herr, gehe nicht ins Gericht mit deinem Knecht» – die Kantate zum 9. Sonntag nach Trinitatis ist auf allen Ebenen von der Angst vor der göttlichen Strafe und der Mühsal einer zerknirschten Gewissensbefragung durchzogen. Ihr von schmerzlichen Reibungen und seufzerbeladenen Fortschreitungen geprägter Eingangschor geht in eine von der Verworfenheit allen menschlichen Strebens vorangepeitschte Chorfuge über, bevor eine Sopranarie ohne haltgebende Continuostütze die heillose Selbstzerstörung des Sünders nachzeichnet. Da auch der von Bach in einer flirrenden Violinpartie eingefangene flüchtige Mammon von der Schuld nicht loskaufen kann, bleibt der geängsteten Seele nur das Vertrauen auf Jesu Opfertod, wie es der Schlusschoral in seiner von Doppelzeile zu Doppelzeile wunderbar beruhigten Streicherbegleitung ausdrückt.
