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Bachs Messe in h-Moll gehört zwar zu seinen bekanntesten Kompositionen. Ihre Entstehungsgeschichte ist jedoch mit zahlreichen offenen Fragen behaftet, die sich allerdings vor allem auf die noch immer rätselhafte Überarbeitung und Vervollständigung in den späten 1740er Jahren beziehen. Fest steht hingegen, dass die Teile Kyrie und Gloria bereits 1733 im Zuge von Bachs Bemühungen um einen Kapellmeistertitel als Widmungskomposition für den neuen Kurfürsten Friedrich August II. in Dresden überreicht wurden. Auch dafür griff Bach jedoch zum Teil auf ältere Kompositionen zurück, die dann für den lateinischen Messetext und die neue Verwendung umgearbeitet wurden. In diesen Kontext eines pragmatisch orientierten Parodieverfahrens gehört auch die Weihnachtsmusik «Gloria in excelsis Deo» (BWV 191), die nur in einer einzigen, dafür jedoch von Bachs eigener Hand stammenden Quelle erhalten ist. Überschrieben ist das heute in der Staatsbibliothek zu Berlin aufbewahrte Partiturautograph mit der Titelzeile «J.J. Festo Nativitatis: Xsti. Gloria in excelsis Deo. à 5 Voci. 3 Trombe Tymp. 2 Trav. 2 Hautb. 2 Violini Viola e Cont. di J. S. Bach». Ihre drei Sätze gehen durchweg auf Vorlagen aus der für Dresden bestimmten Erstfassung der h-Moll-Messe zurück.