für Sopran, Alt, Tenor und Bass, Flauto, Corno da tirarsi, Streicher und Basso continuo
Ein ähnliches Sujet greift die aus Bachs Weimarer Zeit stammende und 1723 für Leipzig überarbeitete Kantate «Ach! Ich sehe, itzt, da ich zur Hochzeit gehe» auf. Doch steht hier in der anspielungsreichen und von schroff überhöhten Gegensätzen lebenden Poesie Salomo Francks zunächst stärker der Aspekt der drohenden Unwürdigkeit des sündigen Menschen angesichts des königlichen Hochzeitsmahles im Vordergrund. Bachs sensibler Komposition gelingt es trotz der auf den jeweiligen Satzkern reduzierten Besetzung, eine Fülle an Affekten freizulegen und mit der effizienten Ausarbeitung knapper motivischer Zellen die kunstvolle Predigt Francks in erstaunlich natürlicher Weise zum Klingen zu bringen.
