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für Alt, Tenor und Bass, Vokalensemble, Oboe I+II, Flöte, Corno, Streicher und Basso continuo

In der am 1. Oktober 1724 erstaufgeführten Choralkantate «Ach, lieben Christen, seid getrost» erweist sich das Kirchenlied als echtes Gegenstück zum hochbarocken Libretto und zugleich als Ankerpunkt der inneren Entwicklung. Neben einen resoluten Eingangschor voll konzertantem Schwung sowie einen kompakten Choralschluss tritt im Zentrum der Kantate ein zerbrechlich zartes Gebilde aus pausendurchwirktem Continuo und schlichtem Liedvortrag, das die nur mit viel Glück und Bereitschaft aufgehende Saat des göttlichen Wortes verkörpert und so die elegische Ratlosigkeit der Tenorarie «Wo wird in diesem Jammertal» von der vertrauenden Bejahung des eigenen Sterbens in der Altarie «Du machst, o Tod, mir nun nicht ferner bange» scheidet. Bussfertige Unterwerfung unter den Willen des Höchsten und liebevoller Zuspruch angesichts der menschlichen Endlichkeit erweisen sich als zentrale Themen dieses kompositorischen Meisterwerkes.