für Sopran, Alt, Tenor und Bass, Vokalensemble, Oboe I+II, Fagott, Streicher und Continuo
Die Kantate «In allen meinen Taten» geht auf ein Lied des genialen Barockdichters Paul Fleming (1609–1640) zurück, dessen allzu kurzer Lebenslauf ihn vom erzgebirgischen Hartenstein über Leipzig, Russland und Persien bis nach Hamburg und in die Grafschaft Holstein führte. Als Autograph auf das Jahr 1734 datiert, gehört sie zu einer Gruppe von vier festlich dimensionierten Kirchenstücken ohne Bindung an das Kirchenjahr, denen ausschliesslich der Choraltext «Per omnes versus» zugrunde liegt. Entsprechend sind die Einzelsätze nicht als Rezitativ oder Arie, sondern als «Versus 1» bis «Versus ultimus» bezeichnet, wobei der Strophenbau des Liedes mit seinen zwei dreizeiligen Stollen erhebliche Konsequenzen für die jeweilige Binnenstruktur zeitigte. Marc-Roderich Pfau hat für diese Werkgruppe jüngst eine Bestimmung für den Weissenfelser Hof ins Gespräch gebracht, dem Bach seit 1729 als Titularkapellmeister «von Haus aus» verbunden war, ohne dass dafür musikalische Gegenleistungen bekannt waren. Hinweise in der Quelle deuten zudem auf eine spätere Wiederverwendung als Trauungsmusik.
