für Alt, Tenor und Bass, (Sopran im Schlusschoral), Flauto dolce I+II, Oboe d’amore I+II, Streicher und Continuo
Die von Bach vertonten Libretti zu den Sonntagen nach Epiphanias sprechen nahezu sämtlich von Verlassenheit, Herzensangst und Resignation. Die für das christliche Heilsverständnis grundlegende Erfahrung einer auf unabsehbare Zeit hinausgeschobenen Wiederkehr des Erlösers wird einmal im Kirchenjahr mit schwer erträglicher Konsequenz Realität: auf die freudenreichen Tage der Geburt und Erscheinung des Herrn folgt mit schockierender Eile die von Vorahnungen der Passion und des eigenen Sterbens durchzogene Erkenntnis, erneut auf die eigenen schwachen Kräfte zurückgeworfen zu sein. In diesen Texten wird unablässig das Verlangen nach Nähe und Herzensgewissheit beschworen, das sich im Bild des verlorenen oder schlafenden Jesus verdichtet. Dies korrespondiert der schmerzlichen Einsicht, wie trübsalsvoll der eigene Weg zum Himmel bleibt.
