für Alt, Streicher und Continuo
Textbuch und Besetzungsliste lassen wenig Spektakuläres erwarten. Zwei Arien, die ein Rezitativ umschliessen – das entspricht der kürzestmöglichen Umsetzung jenes neuen Typus «Geistlicher Cantaten statt einer Kirchen-Music», den der Theologe Erdmann Neumeister und seine Nachahmer unter Auslassung von Bibelwort und Choral kurz nach 1700 entwickelten. Besetzt mit Soloalt, Streichern und Continuo verzichtet das Stück auf jede stimmliche Abwechslung oder kontrastierende Klangfarbe; der fünfstimmige Streichersatz mit geteilten Violen gemahnt an die Klangwelt des 17. Jahrhunderts und verspricht damit eher eine handwerklich solide Arbeit denn einen Geniestreich.
