für Sopran, Tenor und Bass Vokalensemble, Flauto I–III, Oboe I+II, Cornetto, Trombone I–III, Streicher und Basso continuo
Schmerzgezeugte Kombinatorik, peinvolle Sündenschuld und der Versuch, das Unaussprechliche im Medium des wortlos vorgetragenen Chorals auszudrücken, gelangen im gigantischen Gewölbebau des Eingangschores der Kantate «Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe» zu einer in dieser Dichte und Komplexität auch bei Bach seltenen Symbiose. Der als Doppelfuge mit Choraleinschüben angelegte und thematisch auf allen Ebenen verklammerte Eingangssatz fungiert damit als düsteres Portal zu einer Kantate, der es in erstaunlicher Weise gelingt, eine von Bildern der Krankheit und Unwürdigkeit geprägte und in unverhohlener Todessehnsucht gipfelnde pessimistische Anthropologie noch in ein federndes Gotteslob zu verwandeln.
