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«NB. Dies ist das Probestück in Leipzig» – mit dieser Bemerkung hielt einer der Leipziger Notenkopisten Johann Sebastian Bachs auf einer Abschrift der Kantate «Jesus nahm zu sich die Zwölfe» BWV 22 fest, dass es sich dabei um dessen Bewerbungsmusik um das Thomaskantorat gehandelt hatte. Dabei war die Berufung des Köthener Kapellmeisters Bach keineswegs so selbstverständlich gewesen, wie es der heutige Nachruhm des Meisters nahelegt. Vielmehr war nach dem Tod des Kantors Johann Kuhnau am 5. Juni 1722 zunächst der in Leipzig seit Studententagen bestens vernetzte Georg Philipp Telemann erste Wahl gewesen. Es bedurfte erst der Absage dieses bereits gewählten Kandidaten, bevor es zu einer echten Ausschreibung kam, in der mit dem Darmstädter Johann Christoph Graupner sowie mit Bach auswärtige Anwärter dominierten. Beide erhielten die Chance, einen Gottesdienst mit zwei Kantaten auszugestalten. Bach wurde dabei der Sonntag Estomihi (7. Februar 1723) zugewiesen, wobei er seine Kompositionen – neben der Predigtkantate BWV 22 wurde als Abendmahlsmusik «Du wahrer Gott und Davids Sohn» BWV 23 dargeboten – weitgehend noch in Köthen vorbereiten konnte.