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für Sopran, Alt, Tenor und Bass, Vokalensemble, Blockflöte I–III, Oboe I+II, Taille, Streicher und Basso continuo

Bachs zahlreiche Kantaten für die Wochen zwischen Advent und Epiphanias akzentuieren unterschiedliche Aspekte dieser überreichen Fest- und Fastenzeit. Der Text der für Sonntag nach Weihnachten 1724 entstandenen Kantate BWV 122 stammt aus dem vierstrophigen Lied des Pfarrers und Liederdichters Cyriakus Schneegass (1546–1597). Es handelt sich um die kurzen, integral gesungenen Strophen 1 und 4 des Chorals sowie um Paraphrasen und Ergänzungen der Strophen 2 und 3 durch den unbekannten Librettisten. Man kann sie als einen empathischen Versuch Bachs hören, das zeitenwendende Geschenk der Christgeburt mit weihnachtlichen Blockflöten auch in den prosaischen Daseinsalltag des bevorstehenden neuen Jahres mitzunehmen. Entsprechend dominieren im sacht schwingenden Eingangschor elegische und zarte Züge, die die gesungene Botschaft als verinnerlichten Ausdruck von Freude und Geborgenheit erscheinen lassen. Die beiden Arien – darunter ein predigthaftes Basssolo und ein berührendes Choralterzett mit freien Texteinschüben – beschwören die Vorbildfunktion der von Gottes Gegenwart erfüllten Engel und finden Trost in der alle Anfechtung und alles Leid überwindenden Sendung des Gottessohnes.