Kantate zum Dreikönigsfest, für Sopran, Alt, Tenor und Bass, Vokalensemble, Oboe und Oboe d’amore I+II, Trompete I-III, Pauke, Streicher und Basso continuo
Die für den Epiphaniastag 1735 entstandene Kantate VI des Weihnachtsoratoriums verkörpert in sich alle Qualitäten dieses Meisterzyklus des reifen Leipziger Bach. Ein trompetenglänzender Eingangschor, dessen Themenkopf in aufsteigender Folge die markanten Intervalle Quart, Quint und Sext befestigt, wird von zwei empfindsamen Arien und dem verinnerlichten Choralsatz «Ich steh an deiner Krippen» abgelöst, der die Evangelienlesung von den anbetenden Weisen aus dem Morgenland anrührend ins Heute transferiert. Die Kantate wird dann von einem raren vierstimmigen Rezitativ sowie dem figurierten Choral «Nun seid ihr wohl gerochen (= gerächt)» abgeschlossen, dessen kämpferische Fröhlichkeit der befreienden Aussicht entspringt, dass das «menschliche Geschlecht» nunmehr unverrückbar «bei Gott seine Stelle» habe.
