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für Alt, Tenor und Bass, Vokalensemble, Oboe I+II, Trompete, Streicher und Basso continuo

Die im Rahmen des Choraljahrganges 1724/25 vorgelegte Vertonung dieses erzlutherischen Trutzliedes gehört nicht zufällig zu Bachs streitbarsten Kompositionen. Ihr wuchtiger Eingangschor bettet den aufgestörten Choralvortrag in einen kantigen Orchestersatz ein, dessen halsbrecherische Trompetenpartie in Moll von erregender Kühnheit ist. Dass alle Rettung als von oben kommendes Geschenk anzusehen ist, machen die beiden Arien mit ihrer abwärtsgerichteten Bewegung deutlich, in der sich sowohl die helfende Hand Gottes als auch die endzeitliche Verwerfung der lästernden Widermacht manifestieren. Das flehentliche Gebet um Erhaltung von Gotteswort und Kirche in aller Bedrängnis mündet in die berührende Bitte des Schlusschorals: «Verleih uns Frieden gnädiglich».